1847 - Erste schriftliche Erwähnung der Erzvorkommen im Bereich der späteren Grube Fortuna in den Bergamtsakten
1849 - Verleihung des Grubenfeldes Fortuna an den Fürsten zu Solms Braunfels mit einer Größe von 1.035712 qm. Durch spätere Verleihungen wuchs die Gesamtfeldergröße auf 4.689371 qm an.
1878 - Bau der 3,6 Kilometer langen Seilbahn zum Hochofenwerk „Georgshütte“ in Burgsolms, die sich ebenfalls im Besitz des Fürsten zu Solms Braunfels befindet.

Belegschaft der Grube 1887; rechts die Seilbahn zur Georgshütte nach Burgsolms
1881 - Der Fund von römischen Gewandklammern (Fibeln) sowie Haustierknochen im Grubenfeld Felicitas belegt, dass im Bereich der Grube Fortuna schon vor ca. 2000 Jahren Eisenerz gewonnen wurde.
1900 - Abteufen des ersten Schachtes bis 44,8 m unter die Stollensohle
1906 - Der Fürst zu Solms Braunfels verkauft die Grube Fortuna und alle übrigen Gruben an die Firma Friedrich Krupp, Essen.
1907 - Abteufen eines neuen Schachtes (Maschinenschacht II) bis zur 40m-Sohle später wird der Schacht in mehreren Abschnitten bis zur 150m-Sohle weiter geteuft. Dampfmaschinenbetrieb für Fördermaschine und Wasserhaltung (Pumpen).

Die Krupp’schen Tagesanlagen der Grube Fortuna um 1920
1908 - Bau einer weiteren Seilbahn von 3.28 km Länge zum Bahnhof Albshausen. Auffahrung des Neuen Tiefen Stollens in siebenjährigem Vortrieb erreicht er eine Gesamtlänge von 1,654 km
1912 - Eine Benzollokomotive der Firma Deutz löst die bisherige Pferdeförderung zwischen Schacht und Aufbereitung ab.

Förderstollen mit Deutz-Diesellokomotive um 1951
1916 - 50 Kriegsgefangene werden auf der Grube Fortuna untergebracht und beschäftigt
1929 - Abteufen eines Blindschachtes von der 150m-Sohle zur 250m-Sohle
1943 - Einsturz des Maschinenschachtes im oberen Drittel.

Situation nach dem Schachteinsturz 1943
1944 - Abteufen des Hauptblindschachtes von der Sohle des Neuen Tiefen Stollens – 160 Meter vom Mundloch entfernt – bis zur
150m-Sohle. Durch diesen erfolgt auch die Einfahrt in das heutige Besucherbergwerk.
1950 - Bau einer neuen Aufbereitungsanlage
1953 - Übernahme der Grube durch die Harz Lahn Erzbergbau AG.

Luftbild der neuen Tagesanlagen aus dem Jahre 1958
1954 - Weiterteufen des Hauptblindschachtes zur 250m-Sohle. Erste Mechanisierung der Wegfüllarbeit durch gleisgebundene Wurfschaufellader Atlas Copco LM 30.
1954 - Fertigstellung des neuen Zechenhauses.
1957 - Durchbruch des Schachtes nach über Tage. Bau eines neuen Fördermaschinenhauses und Kompressorengebäudes über Tage Abteufen des Schachtes bis zur 250m-Sohle.
1960 - Erste Schrappereinsätze bei der Erzgewinnung
1962 - Stilllegungsbeschluss für die Grube Fortuna, weil die Firmen Krupp, Hoesch und Klöckner es abgelehnt haben, weiterhin Harz Lahn Erze zu beziehen. Die Grube wird aber im Rahmen von Stilllegungsarbeiten mit einer kleinen Mannschaft weiter betrieben.
1963 - Wiederaufnahme der Abbautätigkeit, da die Umstellung der Hüttenwerke an Rhein und Ruhr ausschließlich auf Auslandserze zu nicht erwarteten Problemen geführt hatte. Das Fortuna-Erz wird erneut als Schlackenträger in den Hochöfen zugesetzt.
1964 - Erster Einsatz von gleislosen, gummibereiften Wurfschaufel Ladern vom Typ Atlas Copco T 2G mit Transportgefäß
1971 - Erster Einsatz eines dieselbetriebenen Schaufelladers EIMCO 911

Diesel-Fahrlader vom Typ Eimco 911 im Einsatz
1972 - Einsatz eines druckluftbetriebenen Bohrwagens Tamrock Minimatic
1973/74 - Zwei-Schicht-Betrieb durch zusätzlichen Einsatz einer Mannschaft der Firma Sachtleben
1974 - Einsatz weiterer Schaufellader EIMCO 911 und 912 mit 130.663 Tonnen erreicht die Grube ihre höchste Jahresförderung überhaupt.
1975 - Kurzarbeit für die Stammbelegschaft
1979 - Teilweise Stilllegung der Seilbahn und Aufnahme des Erztransports zum Bahnhof Braunfels (Lahnbahnhof) per Lkw
1980 - Einsatz eines dieselhydraulischen Bohrwagens
1981 - Einsatz eines Sprengfahrzeuges, im Oktober wird Hessens letztes Hochofenwerk, die Sophienhütte in Wetzlar, stillgelegt. Damit entfällt ein weiterer wichtiger Abnehmer des Fortuna-Erzes.
1983 - Am 3. März wird die letzte Förderschicht verfahren, zuletzt waren noch 43 Bergleute beschäftigt. Im Grundbachtal liegen rund 130.000 Tonnen Erz auf Halde, das entspricht der Fördermenge von eineinhalb Jahren.

Die Belegschaft am Ende der letzten Förderschicht am 4. März 1983
Am 16. Mai wird der Förderverein Besucherbergwerk Fortuna gegründet. Er verfolgt das Ziel, die Grube als Besucherbergwerk zu erhalten.
Im September werden die Pumpen abgestellt. Im Dezember kann ein Trägerverein, bestehend aus dem Lahn-Dill-Kreis, den Städten und Gemeinden Wetzlar, Asslar, Solms, Braunfels, Leun und Ehringshausen sowie dem Förderverein Fortuna gegründet werden. Das bedeutet grünes Licht für den Ausbau der Fortuna zum Besucherbergwerk.
1985 - Im Februar beginnen die offiziellen Ausbauarbeiten zum Besucherbergwerk
1987 - Am Pfingstmontag wird der Besucherbetrieb eröffnet



